01.12.2025
Quelle: Swietelsky-Faber GmbH
Autor: Dipl.-Ing. (FH) Johann Tiefenthaler, Bauleiter der
Swietelsky Faber GmbH (GB Süd)
Die grabenlose Sanierung von Abwasserschächten leistet einen wesentlichen Beitrag zum Klima- und Bodenschutz: Sie reduziert Fremdwasser, minimiert Eingriffe in den Untergrund und verlängert die Lebensdauer kritischer Infrastrukturbauwerke. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die Sanierung der Abwasserschächte auf dem Gelände der Brauerei Tegernsee – einem traditionsreichen Standort in unmittelbarer Seenähe. Die Maßnahme schützt das umliegende Erdreich, das Grundwasser sowie den Tegernsee selbst vor möglichen Schadstoffeinträgen.
Bereits 2022 beauftragte die Brauerei die Swietelsky-Faber GmbH mit der Entwicklung einer geeigneten Sanierungsstrategie für ihre erst acht Jahre alten Standardbetonschächte. Eine Zustandsinspektion zeigte deutliche Nutzungsschäden:
Diese extremen Einsatzbedingungen erforderten ein außergewöhnlich widerstandsfähiges Sanierungssystem.
Zunächst wurden GFK-Handlaminat-Systeme auf Vinylesterharzbasis sowie mineralische XWW-4-Mörtel getestet. Ein sechsmonatiger Praxistest im Abwassersystem zeigte jedoch deutliche Defizite:
Daraufhin wurden neun weitere Hersteller und Systemanbieter evaluiert. Schließlich zeigte sich Polyurea des Herstellers OBIC als vielversprechende Lösung. Um die Langzeitbeständigkeit unter realen Betriebsbedingungen zu überprüfen, wurden über einen Zeitraum von zehn Wochen Prüfkörper im Abwassersystem eingelagert.
Der Vergleich von SOLL- und IST-Proben, durch das Prüfinstitut SBKS, mittels Shore-Härtemessung ergab identische Werte – ein Indikator dafür, dass das Material weder gealtert noch mechanisch oder chemisch beeinflusst wurde. Damit war Ende 2024 das geeignete System identifiziert.
Die Sanierung erfolgte im November 2025 während einer Produktionsreduktionsphase. Nach Wasser-Hochdruckreinigung, Entfernung der Steigeisen und dem vollständigen Ausbau der teilweise geschädigten Steinzeughalbschalen wurden die Schachtbauwerke entfettet und mit einem Primer vorbereitet.
Das dreilagige OBIC-Beschichtungssystem wurde wie folgt appliziert:
Durch die extrem schnelle Erhärtung des Polyureas – rund 30 Sekunden pro Teilfläche – wurde die Stillstandszeit minimiert. Pro Schacht lag der Gesamtzeitbedarf bei etwa drei Stunden, sodass die Produktion weitgehend ohne Unterbrechung weiterlaufen konnte.
Bauleiter Johann Tiefenthaler betont die besondere Herausforderung: „Die straffe Taktung und der notwendige Fokus auf Präzision trotz Zeitdrucks erfordern ein erfahrenes Team sowie die enge technische Unterstützung durch den Materialhersteller.“
Swietelsky-Faber ist als einziges Unternehmen in Deutschland exklusiv für den Einsatz der OBIC-Technologie zertifiziert – ein Vorteil, der sich direkt in Qualität und Effizienz widerspiegelt.
Swietelsky-Faber bedankt sich bei der Brauerei Tegernsee und der Firma OBIC für die professionelle und partnerschaftliche Zusammenarbeit. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie moderne Polyurea-Systeme eine langlebige, wirtschaftliche und umweltschonende Alternative zur konventionellen Sanierung darstellen.
Bilder: Swietelsky-Faber GmbH
Zum Unternehmen SWIETELSKY-FABER:
Die Swietelsky-Faber GmbH ist ein 2001 gegründetes Tochterunternehmen zweier gleichwertig beteiligter Baukonzerne, in denen rund 95.000 Mitarbeiter*innen mehr als 28 Milliarden Euro Jahresumsatz erwirtschaften.
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