01.02.2025

Nachhaltige Rohrsanierung unter einer ehemaligen Deponie

Nachhaltigkeit ist aktuell ein inflationär genutzter Begriff. Doch insbesondere im Rahmen dieser Baumaßnahme zeigt sich, wie die neuesten Innovationen der grabenlosen Instandsetzungsmethoden einen echten Mehrwert für die Umwelt durch die Bestandssicherung unserer Infrastrukturanlagen darstellen. So wurde erst kürzlich im Süden Flensburgs eine in die Jahre gekommene Bachverrohrung auf einem Deponiegelände grabenlos instandgesetzt.

Swietelsky-Faber GmbH
Bozo Bozovic, Bauleiter & Zertifizierter Kanalsanierungsberater, Niederlassung Hamburg
Thomas Hohrein, Oberbauleiter, Niederlassung Leipzig

 
 

Bild 1: Die anspruchsvolle Baumaßnahme fand in bis zu 14 Metern Tiefe unter einer ehemaligen Deponie statt.

 
 

Gewässerschutz durch innovative Sanierung

Um die ökologische Funktion eines Fließgewässers langfristig sicherzustellen, war die Zustandsertüchtigung einer bis zu 14 Meter tiefen Bachverrohrung unterhalb der am Gewässer angrenzenden Deponie notwendig (Bild 1). Die bestehende Leitung wies im Rahmen der Zustandserfassung entlang ihrer gesamten Länge erhebliche Undichtigkeiten und eindringendes Sickerwasser auf. Dies führte zu enormen Streckenschäden und Ablagerungen, welche die hydraulische Kapazität und Standsicherheit der Verrohrung zusätzlich belasteten.

Ressourcenschonendes Sanierungsverfahren

Zur Wiederherstellung der hydraulischen und statischen Funktionsfähigkeit der Bachverrohrung entwickelten die Niederlassungen Hamburg und Leipzig von Swietelsky-Faber ein maßgeschneidertes Sanierungskonzept.

 

Bild 2: Übersichtsplan der Baumaßnahme mit Darstellung der sanierten Bachverrohrung.

 
 

Angesichts der komplexen Rahmenbedingungen, die zum Ausschluss der herkömmlichen Sanierungsvarianten führten, fiel die Wahl auf das Wickelrohr-Lining nach ISO 11296-7, Typ SPR EX. Das Verfahren ermöglicht einen ressourcenschonenden Materialeinsatz und trägt allein daher schon zur Reduzierung der Umweltbelastung bei.

Im Hinblick auf die herausfordernden örtlichen Bedingungen und die vorherrschenden Grund- und Vorflutbedingungen bietet diese Verfahrensvariante eine maximale Einsatzbandbreite und eine enorme Ausführungsflexibilität.

So ermöglicht der modulare Anlagenaufbau eine flexible Anpassung der Gerätetechnik an die spezifischen Baustellenanforderungen. Die vorhandenen Bauwerke der Bachverrohrung befinden sich im unzugänglichen Gelände – kein Problem: Jedes Gerät der SPR EX-Technologie kann unabhängig zum Einsatzort transportiert werden. So wird auch unter anspruchsvollsten Baustellenbedingungen eine hohe Flexibilität und Effizienz gewährleistet. Der Linereinbau kann jederzeit unterbrochen werden – einen „Point of no return“ gibt es bei dieser Ausführungsvariante nicht. Dies ist im Falle von außergewöhnlichen Vorflutfrachten oder bei Starkregenereignissen sehr hilfreich.

Vor Beginn der Instandsetzungsarbeiten musste das stark fließende Gewässer durch eine aufwendige Abflusslenkung umgeleitet werden (Bild 3). Eine Herausforderung stellte der Zugang zum Einlaufbauwerk dar, da es nur über eine steile, 100 Meter lange Treppe fußläufig erreichbar war. So wurden die benötigten Materialien und die Gerätetechnik teilweise per Hand oder mittels speziell konstruierter Hilfsmittel wie Rutschen und Schrägaufzügen zum Rohrzulauf transportiert (Bild 4).

Bild 3: Das stark fließende Gewässer musste durch eine Abflusslenkung umgeleitet werden. 
Bild 3: Das stark fließende Gewässer musste durch eine Abflusslenkung umgeleitet werden.
 

Bild 4: Eine Herausforderung stellte der Zugang zum Rohrzulauf dar, der nur über eine steile, 100 Meter lange Treppe erreichbar war.

 
 

Sicheres Arbeiten unter Bahnbetrieb

Eine weitere logistische Herausforderung war die parallel zum offenen Gewässer verlaufende Bahnlinie, deren Betrieb zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt werden durfte. Nur mit einer präzisen Arbeitsvorbereitung und einer professionellen Koordination mit den zuständigen Stellen konnten die Bauarbeiten ohne jegliche Beeinträchtigung des Bahnverkehrs realisiert werden.

Die Sicherheit der vor Ort tätigen Fachkräfte hatte höchste Priorität. Eine detaillierte Gefährdungsbeurteilung wurde erstellt, das Personal umfassend geschult und die Arbeiten durchgehend von der örtlichen Bauleitung überwacht.

Nachhaltiger Projekterfolg

Durch die erfolgreiche Baumaßnahme konnte die Funktionstüchtigkeit des Fließgewässers langfristig sichergestellt werden. Somit wurde ein wertvoller Beitrag zum Gewässerschutz geleistet.

 

Bild 5: Die Betonrohrleitung, DN 500, vor und nach den Sanierungsmaßnahmen mit der Wickelrohrtechnologie.

 
 

Das Swietelsky-Faber-Team ermöglichte somit nicht nur eine ressourcenschonende Lösung, es wurde ferner ein hohes Maß an Ökonomie erbracht, darüber hinaus trug man auch dazu bei, eine deutliche Umweltbelastung zu vermeiden und den Freizeitwert der Naturlandschaft langfristig zu erhalten.

Daher wurde den ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten der Nachhaltigkeit mit dieser Maßnahme in höchstem Maße Rechnung getragen.

Unser Dank gilt dem gesamten Team für sein Engagement sowie dem Auftraggeber und allen Partnern für die konstruktive Zusammenarbeit. Dieses Projekt zeigt einmal mehr, wie nachhaltige Rohrsanierung effektiv zur Schonung von Ressourcen und dem Schutz unserer Umwelt beitragen kann.

 
 

Bildnachweis: Swietelsky-Faber GmbH

 
 

Zum Unternehmen SWIETELSKY-FABER: 

Die Swietelsky-Faber GmbH ist ein 2001 gegründetes Tochterunternehmen zweier gleichwertig beteiligter Baukonzerne, in denen rund 95.000 Mitarbeiter*innen mehr als 28 Milliarden Euro Jahresumsatz erwirtschaften.

Ihr Kontakt:

Mag. (FH) Reingard Schmidt
Leitung Marketing
reingard.schmidt@swietelsky-faber.at
+43 (0) 664 825 64 12

Swietelsky Faber GmbH
Hauptstraße 2
D-55483 Schlierschied

Mehr erfahren: www.swietelsky-faber.com

 
 
 

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Fax: +49 (0) 67 65 94 93 79 90

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