01.01.2025
Autor: Dipl.-Ing. Viktor Stoichovski, Stellvertretender Niederlassungsleiter der Swietelsky-Faber Kanalsanierung GmbH, Österreich
Die Marktgemeinde Zwettl an der Rodl (Oberösterreich) beauftragte im letzten Jahr das Ingenieurbüro KARL & PEHERSTORFER ZT-GmbH mit der Planung des Projekts "RHV Mittleres Rodltal BA07 Kanalsanierung 2024-2025". Im Zuge der Sanierungsmaßnahmen waren drei Haltungen eines Maulprofils (1200/750) auf einer Gesamtlänge von etwa 120 Metern instand zu setzen.
Die betroffenen Haltungen verfügten über ein integriertes Steinzeug-Gerinne, dennoch waren mechanische Abnutzungen im Bereich der Rohrsohle erkennbar. In einigen Abschnitten fehlten bereits Wandungsteile, was eine kurzfristige Sanierung zur Wahrung der Betriebssicherheit erforderte. Ziel war es, weitere Schädigungen zu verhindern und die Langlebigkeit der Haltungen wiederherzustellen. Nach eingehender Prüfung verschiedener Sanierungsverfahren entschied man sich für das grabenlose Inlinerverfahren mit einem GFK-Liner und UV-Lichthärtung. Eine offene Erneuerung war aus zeitlichen Vorgaben durch übergeordnete Baumaßnahmen ausgeschlossen. Aus ökologischer und ökonomischer Sicht die richtige Entscheidung!
Zur Einbringung des GFK-Liners musste der Zugangsschacht vorbereitet werden. Der vorhandene Konus wurde entfernt und die lichte Öffnung von 0,6 m auf 1,00 m erweitert. Um die Baustellenlogistik zu gewährleisten und unbefestigte Flächen zu schützen, wurde eine temporäre Baustraße errichtet. Nach Abschluss der Arbeiten stellte ein Tiefbauunternehmen den Schacht fachgerecht wieder her und versetzte die Fläche in ihren Ursprungszustand.
Vor dem Einzug des Liners waren mehrere vorbereitende Maßnahmen erforderlich: Die beschädigten Sohlenbereiche und Seitenflächen des Eiprofils wurden mithilfe eines mineralischen Mörtelsystems instandgesetzt, starke Inkrustationen entfernt und Undichtigkeiten durch den Einsatz von PU-Schaum verpresst.
Dieser Vorgang erfolgte in manueller Bauweise, wobei die betroffenen Bereiche zunächst mit einer Wasserstopinjektion verpresst und anschließend mit einem schnell abbindenden, mineralischen Mörtelsystem ausgefüllt wurden. Diese Vorgehensweise war von entscheidender Bedeutung, da die Gefahr der Verseifung bestand, wenn das imprägnierte Glasfasergewebe vor oder während der Aushärtung mit Wasser in Kontakt gekommen wäre. Ein solcher Kontakt hätte eine Delaminierung des Materials zur Folge gehabt, wodurch der Liner an den betroffenen Stellen im ausgehärteten Zustand schadhaft und möglicherweise undicht geworden wäre.
Die Abflusslenkung erfolgte über eine oberirdische Bypass-Lösung, durch die das Abwasser während der Sanierungsphase gepumpt wurde.
Zum Einsatz kam der IMPREGLiner GL16 (DN 1025, WD 12,8 mm) mit einer Länge von ca. 130 Metern. Dank der Peroxid-Technologie war eine vollständige Aushärtung auch bei größeren Wandstärken gewährleistet. Der Einzug des Liners erfolgte mittels Seilwinde und Förderband direkt aus dem Transportfahrzeug in die Haltung.
Anschließend wurde der Liner mit Druckluft formschlüssig aufgestellt und die UV-Strahler-Einheit eingeführt. Die Härtung erfolgte in einem definierten Prozess:
Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen – umfangreiche Vorarbeiten, anspruchsvolle Zugänglichkeit und wetterbedingte Einschränkungen – konnte das Projekt planmäßig abgeschlossen werden. Die Sanierung stellte die strukturelle Integrität der Haltungen wieder her und sicherte deren langfristige Funktionsfähigkeit.
Ein besonderer Dank gilt allen Beteiligten für ihre hervorragende Zusammenarbeit und das erfolgreiche Gelingen des Projekts. Wir sind stolz darauf, solche Projekte auch unter anspruchsvollen Bedingungen zuverlässig abzuwickeln.
Grabenlose Sanierung – Nachhaltig und zukunftsweisend!
Swietelsky-Faber - Der Umwelt zuliebe!
Bildnachweis: Swietelsky-Faber GmbH
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