24.04.2019

Tiefbau-Hightech: Grossprojekt auf dem Flughafen Köln-Bonn

Grabenlose Sanierung von Sonderschächten und Grossprofilen

Der Köln Bonn Airport gehört zu den bedeutendsten Verkehrsflughäfen in Deutschland. Jährlich werden ca. 12 Millionen Passagiere von diesem Flughafen befördert. Fast 30 Airlines fliegen von hier zu 129 Zielen. Im Cargo-Geschäft gehört der Köln Bonn Airport zu den Top-Ten in Europa und geografisch befindet sich der Köln Bonn Airport in einer der am dichtesten besiedelten Regionen Europas - etwa 16 Millionen Menschen leben und arbeiten im Umkreis von 100 Kilometern um den Flughafen. Der kontinuierliche Ausbau und die Instandhaltung der Infrastruktur des Flughafens stellen eine große Herausforderung für den Betrieb, die Planung und die Ausführung dar.

Eingesetzte Leistungen im Projekt:

 

Projektbeschreibung

Das bislang weltweit größte Bauvorhaben zur grabenlosen Instandsetzung der Entwässerungssysteme eines Flughafens ist seit April 2018 von der Fa. Swietelsky-Faber GmbH Kanalsanierung auf dem Flughafen Köln-Bonn in der Ausführung.

Im Wesentlichen wurden ca. 10 km Entwässerungsleitungen im Nennweitenbereich DN 100 bis DN 1.200 – darunter diverse Eiprofile bis DN 800/1200 sowie 345 Schachtbauwerke und diverse Schlitzrinnen innerhalb von nur 36 Wochen mit den unterschiedlichsten Instandsetzungsverfahren grabenlos saniert.

Bauen im „Hochsicherheitstrakt"

Die Instandhaltung der infrastrukturellen Anlagen eines Flughafens und insbesondere die grabenlose Kanalsanierung sind in Bezug auf die Sicherheitsbestimmungen alles andere als ein Spaziergang. Die Arbeitsvorbereitungen, die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen und die Arbeitsdisposition ist auf das Feinste mit allen Beteiligten abzustimmen und nimmt im grabenlosen Bauwesen naturgemäß sehr viel Zeit in Anspruch. Seit vielen Jahren saniert Swietelsky-Faber auf diversen Flughäfen Deutschlands die Entwässerungssysteme. Insbesondere Frankfurt am Main, Düsseldorf u.a. sind hier zu erwähnen. Doch die Sanierung der Entwässerungsleitungen auf einem teilweise in Betrieb befindlichen Rollfeld stellt immer eine besondere Herausforderung an alle Beteiligten dar.

Für das Projekt auf dem Köln Bonn Airport wurden zunächst 80 Mitarbeiter der Swietelsky-Faber selektiert, um die Zugangsgenehmigungen im Vorfeld des Baubeginns zu beantragen. Zudem sind ca. 40 Einsatzfahrzeuge und Baugeräte registriert worden. Ferner muss jeder Mitarbeiter, der eine Betriebserlaubnis für Baugeräte erhalten möchte, eine Prüfung für einen speziellen Flughafen-Führerschein ablegen.

Sämtliche Mitarbeiter der Swietelsky-Faber sowie deren Nachunternehmer durften sich ausnahmslos nur in den strikt festgelegten Arbeitsbereichen aufhalten. Jede kleinste Missachtung dieser Anweisung würde zum sofortigen und endgültigen Baustellenverweis führen. Denn die bedingungslose Sicherheit des Flugbetriebs darf in keiner Weise vom Baubetrieb beeinflusst werden.

Straffe Zeitplanung

Vor dem zuvor genannten Hintergrund ist es nachvollziehbar, dass der schon aus der Planungsphase vorgegebene Ausführungszeitraum äußerst eng und detailliert vorbereitet wurde. Minutiös geplante Bauzeiten sind hier tatsächlich punktgenau einzuhalten gewesen. Denn auf Großteilen der Flugbetriebsflächen wurden gleichzeitig zwei Gewerke, nämlich die bituminöse Deckenerneuerung und die grabenlose Instandsetzung, der Entwässerungsleitungen ausgeführt. Hinzu kam, dass ein Teil der Arbeiten zur Aufrechterhaltung des innerwöchentlichen Flugbetriebs nur an den Wochenenden von Samstag ab 12 bis Sonntag 18 Uhr genehmigt waren.

Für die Monteure und Bauleiter und deren Familien verlangte diese Anforderung ein besonderes Engagement. Denn durch diese bauseitige Vorgabe war mitten im Hochsommer für ca. 20 Wochen Wochenendarbeit mit voller Belegschaft erforderlich.

Spezial-Sanierungen – SF-Schachtliner

Neben diesen besonderen Anforderungen galt es diverse Schachtbauwerke materialgleich zu den Kanälen mit glasfaserverstärkten Kunststoffen auszukleiden. Für diese Bauwerke waren aufgrund der außergewöhnlichen geometrischen Ausführung die Vorbereitungen dieser Auskleidungen besonders intensiv. Denn die rechteckig ausgeführten Bauwerke mit bis zu drei Umfangswechseln und innenliegenden querverlaufenden Stahlträgern ist nicht das alltägliche Tagesgeschäft im Bereich der Schachsanierung.

Die GFK-Schachtliner wurden individuell für dieses Projekt produziert. Gemeinsam mit dem Hersteller SAERTEX multiCom konnten in kürzester Zeit individuelle Lösungen für das Großprojekt entwickelt und produziert werden.

Die Projektleitung des Flughafens Köln-Bonn verlangte dabei diverse Eignungsnachweise der eingesetzten Materialien. Unter anderem wurde die Beständigkeit der Materialien gegenüber Enteisungsmittel und Kohlenwasserstoffe sowie eine Prüfung der eingereichten statischen Berechnungen durch unabhängige Prüfstatiker gefordert.

Aufgrund der besonderen Geometrie der Bauwerke wurden bereits unmittelbar nach der Auftragserteilung und vor dem eigentlichen Baubeginn Testinstallationen auf dem Hof der Niederlassung Blomberg der Swietelsky-Faber GmbH durchgeführt. Gefordert war der Einbau der unterschiedlichen Schachtliner in exakte Kopien der fünf verschiedenen Bauwerke.

Mit dieser Arbeitsvorbereitung und den hier gewonnenen Erkenntnisse konnten die reelle Umsetzung auf dem Flughafen angegangen werden. Nach der Begutachtung der Testinstallation durch einen unabhängigen Sachverständigen wurde bestätigt, dass die individuell gefertigten GFK-Schachtliner den besonderen Anforderungen des Flughafens und den höchsten Qualitätsstandards entsprechen. Die wurde in der Praxis bestätigt.

Spezialsanierungen - Schlitzrinnensanierung

Das Ableiten von Wasser auf Vorfelder und Rollwege auf Verkehrsflughäfen ist als industrielle Betriebsfläche den Regularien des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) ausgesetzt. Dies gilt für das gesamte Entwässerungsnetz inklusive der vorhandenen Schlitzrinnen. Daher werden Schlitzrinnen nicht nur zum Zwecke des Werterhalts, sondern sie sind ebenfalls nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik zu errichten, zu betreiben und zu unterhalten. Aufgrund der neusten Entwicklung bei der Instandsetzung der Schlitzrinnen ist die grabenlose Auskleidung mit dem Schlauchliningverfahren eine gern gewählte Alternative zur Erneuerung.

Technisches Schlüsselproblem beim Schlauchlining der Schlitzrinnen ist das Öffnen der Schlitze nach der Sanierung. Swietelsky-Faber entwickelte mit Partner-Unternehmen ein spezielles Schneidverfahren.

Ein voller Erfolg

Inzwischen ist das Bauvorhaben abgeschlossen und maßgebende Abschnitte des Entwässerungssystems des Köln Bonner Flughafens sind dauerhaft instandgesetzt. Die Bilanz fällt aus Sicht des Auftragnehmers als auch aus dem Blickwinkel des Auftraggebers positiv aus. Jeder Bauabschnitt ist störungsfrei, bis ins Detail durchorganisiert und mit großem Einsatz aller Mitarbeiter ausgeführt worden. Selbst ein außergewöhnliches Starkregenereigniss und die extremen klimatischen Bedingungen in diesem Extremsommer wurden ohne größere Probleme überstanden.

Insbesondere die hohe Motivation des gesamten Teams der Firma Swietelsky-Faber wurden von dem Auftraggeber lobend erwähnt. Vor diesem Hintergrund kann das Bauvorhaben nach übereinstimmender Auffassung aller Beteiligten als Erfolg gewertet werden. 

Autor: Dipl.-Ing. Jörg Brunecker, Swietelsky-Faber GmbH Kanalsanierung

Projektbilder

 

Dekra Arbeitssicherheit SCC
TÜV Süd OHSAS 18001
TÜV Süd ISO 14001
TÜV Süd ISO 9001
 
Güteschutz Kanalbau
Gützeschutz Kanalbau - Z
PQ VOB
Energieaudit HTC
 
 
 
 

Swietelsky-Faber GmbH Kanalsanierung

Hauptstraße 2
D-55483 Schlierschied

Tel.: +49 (0) 67 63 / 55 69 860
Fax: +49 (0) 67 63 / 55 69 86 90

schlierschied@swietelsky-faber.de

 

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